Tipps gegen Angst kann sicherlich jeder einmal gebrauchen. In diesem Artikel erfährst du, welche Tipps gegen Angst helfen und wie viel Angst normal ist. Du wirst ein paar tolle Übungen kennenlernen, die dir bei Angstzuständen oder Panikattacken helfen. So kannst du das nächste Mal mit ein paar Tricks deine Angst überwinden.

Oh Nein! Stürzen wir etwa ab?

Ich bin 16 Jahre alt und sitze allein im Flugzeug nach Johannesburg. Eine der gefährlichsten Städte der Welt. Ich gehe dort auch zur Schule und weiß überhaupt nicht, ob ich die Leute dort verstehe. Kann ich überhaupt genug Englisch aus der Schule? Werden die Mitschüler mich auslachen, weil ich komisch spreche? Werde ich überhaupt Anschluss finden? Ich tu mich sowieso schon schwer, mich auf neue Leute einzulassen, und dann noch einer anderen Sprache – wie soll das gehen? Ich frage mich, was zur Hölle ich eigentlich hier mache und ob es peinlich wäre, jetzt noch das Flugzeug zu verlassen. Immerhin stürzen die doch auch öfters ab! Doch wir starten schon und mein Herz rast. Kein Zurück mehr.

Irgendwann werde ich ruhiger. Und dann passiert es. Turbulenzen, und zwar keine leichten. Das ganze Flugzeug ruckelt, der Service wird eingestellt und wir sollen uns anschnallen und Ruhe bewahren. Was? Ohje, das darf doch nicht wahr sein, genau das passiert, wovor ich Angst hatte! Stürzen wir ab? Ich zittere, meine Atmung geht schneller und mir ist heiß und kalt gleichzeitig. Aber genau das ist der Moment, indem ich endlich loslasse. Ich bin jetzt schon hier. Es gibt eh nichts, was ich gerade machen könnte. Nichts kontrollieren. Es hilft auch nichts, mich in meine Panik hineinzusteigern. Ich kann nur atmen. Die Augen schließen, Musik hören und warten, bis es vorbei geht. Und das tut es nach einer Stunde auch endlich. Wir haben es geschafft. Jetzt schaffe ich die Reise, die ich schließlich selbst wollte, auch noch!

Wie viel Angst ist normal?

Wir alle kennen das: Angstzustände. Vor Prüfungen, vor Spinnen, Menschen zu verlieren, vor der Zukunft und so weiter. Angst, nicht genug zu sein. Angst, andere zu enttäuschen. Angst, etwas zu verpassen. Es ist kein schönes Gefühl, denn Ängste lähmen und machen uns hilflos. Aber es gehört zu unserem Leben. Jeder, wirklich jeder Mensch hat Angst, egal in welchem Alter. Und es war während der Evolution auch lebensnotwendig, denn der Flucht- und Kampfreflex macht unseren Körper bereit, bei Gefahren zu reagieren.

Jeder fühlt Ängste unterschiedlich und reagiert deshalb auch anders. Das alles ist normal. Alarmierend wird es, wenn die Angst das Leben bestimmt. Dich an etwas hindert. Auch wenn Panikattacken, die aus dem Nichts kommen, das tägliche Leben unfassbar schwer machen, ist es Zeit, sich Hilfe zu suchen. Sobald dein tägliches Leben durch die Angst verändert wird, ist das ein großes Alarmzeichen für eine Angststörung. Ängste werden nicht von allein wieder gehen, aber du kannst lernen, sie zu kontrollieren und sie konfrontieren.

Acht Tipps gegen Angst

Da jeder Angst und Panikattacken anders erlebt, musst du vieles ausprobieren, bis du weißt, was für dich passt. Es gibt kein Geheimrezept. Außerdem kann es auch sein, dass die Panikattacken körperliche Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, ärztlich abzuklären, ob körperlich alles in Ordnung ist. Deine Angst kannst du mit ein paar Übungen immer mehr besiegen. Dabei wirst du wachsen und die Ängste schrittweise überwinden. Such dir unbedingt Hilfe von Personen, denen du vertraust! Sie können dich dabei unterstützen. Kommen wir jetzt aber endlich zu 8 Tipps gegen Angst, die du für dich ausprobieren kannst!

Atemübungen

Wenn du deine Atmung kontrollieren kannst, kannst du auch alles andere kontrollieren. Es gibt eine ganze Reihe von Übungen dazu. Das praktische ist, sie sind einfach und überall anwendbar. Zum Beispiel die 8 – 4 – 8 Atemtechnik: Du atmest ein und zählst bis 8, hältst die Luft an während du bis 4 zählst und atmest aus, zähle dabei wieder bis 8. Solange, bis du merkst wie du ruhiger wirst.

5 – 4 – 3 – 2 – 1 Übung

Die Übung bringt dich schnell ins Hier und Jetzt zurück. Du kannst die Augen dabei offen lassen. Jetzt schau dich um und benenn nacheinander in Gedanken fünf Dinge, die du siehst (z.B. „ich sehe den Tisch“). Dann sag fünf Dinge, die du hörst (z.B. „ich höre Menschen reden“). Zum Schluss benenne fünf Dinge, die du spürst (z.B. „ich spüre den Stuhl im Rücken“). Das Ganze machst du dann mit jeweils vier Dingen, drei, und so weiter. Du kannst die Übung öfters hintereinander machen und auch immer wieder die gleichen Dinge aufzählen, wenn dir nichts mehr einfällt. Du wirst sehen, es funktioniert schnell!

60 Sekunden Lächeln

Zieh die Mundwinkel zu einem Lächeln, auch wenn es sich komisch anfühlst und du dich nicht danach fühlst. In deinem Gehirn kommt etwas anderes an. Es wird weniger Stresshormone ausschütten und du kannst mit einem Lächeln weitermachen.

 Anti- Stressball/Talisman

Trage einen Anti- Stressball oder einen kleinen Talisman, der dir etwas bedeutet, bei dir. Du kannst bei einer Panikattacke diesen fest zudrücken. Die Muskeln werden abwechselnd angespannt und entspannt, das Adrenalin im Körper kann so langsam abgebaut werden.

 Ernährung gegen Angst

Es gibt ein paar Lebensmittel, mit denen du den Stresspegel im Körper senken kannst. Zum Beispiel enthalten ungesalzene Cashewnüsse Proteine, die der Körper in das Glückshormon Serotonin umwandelt. Auch Bananen, Beern, Weintrauben und Rosinen helfen.

 Dankbarkeit

Konzentrier dich nicht auf das Schlechte, sondern was es noch Gutes gibt. Was hast du, was andere nicht haben? Worüber kannst du dich freuen? Zähle auf, was du zum Glück hast. Jede Kleinigkeit zählt. Trainiere das täglich. Denn so verwandeln sich deine Gedanken automatisch eine positive Richtung. Vergiss nicht, dir selbst zu danken und stolz darauf zu sein, was du alles schaffst!

Schreiben gegen Angst

Schreib ein Gedicht, was in dir vorgeht. Oder einfach irgendwas, was du gerade fühlst. Ganz spontan. Schreib dir alles von der Seele! Wenn du dich bereit fühlst, kannst du auch deine Gedanken dazu schreiben, was dir die Angst vielleicht sagen will. Was könnte das sein? Was vernachlässigst du vielleicht in deinem Leben? Angst entsteht oft, wenn wir etwas unterdrücken. Schreib der Angst wie einem Freund.

 Wichtig: Trinken!

Trinke langsam lauwarmes Wasser. Falls du Symptome wie Kloß im Hals oder Schluckprobleme hast, kannst du diese schrittweise beseitigen.

Kennst du noch andere Tipps gegen Angst?

Hoffentlich helfen dir diese Übungen und Tipps gegen Angst. Vertraue fest darauf, dass du die Angst aushalten kannst. Gib nicht auf, die Gefühle kommen zwar schnell, gehen aber auch wieder. Du kannst es überwinden und dadurch viel stärker werden! 

Was sind deine Erfahrungen mit Ängsten? Hast du noch mehr Tipps, die gegen Angst helfen? Schreib gerne einen Kommentar oder direkt eine Nachricht an uns.

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