Hast du schon mal was von einem Glückstagebuch gehört? Weißt du eigentlich, was dich glücklich macht? Oder zufrieden? Dankbar? Hast du das Gefühl, nicht glücklich sein zu dürfen, weil dir noch dies und das fehlt oder du erst noch jenes erreichen musst, bevor du dich zufrieden zurücklehnen darfst? Wenn X eingetroffen ist, dann kannst du glücklich sein?

Ich bin keine Glücksforscherin, aber eine Sache habe ich in den letzten Jahren über Glück gelernt: Glück ist kein großes Ganzes, nichts Statisches und auch nichts, das man sich einmal „anschafft“ und dann bleibt es für immer. So funktioniert es nicht. Man muss es jeden Tag aufs Neue suchen. 

Das ist eine gute Nachricht. Es bedeutet nämlich, dass aus der Perspektive des Glücks ein Kaffee mit deiner besten Freundin genauso viel wert ist wie eine gute Note. Glück ist immer in der Nähe und wartet nur darauf, von dir in den kleinen Dingen des Alltags gefunden zu werden. Woher ich das weiß? Von meinem Glückstagebuch.

Glückstagebuch? Klingt nach Seifenoper

Jep, da stimme ich dir zu. Glückstagebuch klingt so kitschig wie die Postkarten mit weisen Sprüchen, die man am Kiosk neben der Supermarktkasse kaufen kann. Empfehlen kann ich es dir trotzdem. Letztes habe ich meinen Schreibtisch aufgeräumt und dabei ein altes Bulletjournal von vor einigen Jahren gefunden. Darin habe ich ein ganzes Jahr lang Glückstagebuch geführt. 

Wenn du mich heute fragen würdest, wie es mir damals ging: nicht so gut. Ich weiß noch, dass ich oft niedergeschlagen war, unsicher wegen der Zukunft, insgesamt nicht so gut drauf und ein wenig orientierungslos. Ich kann mich kaum an etwas Schönes erinnern, was in dieser Zeit passiert ist; alles verdrängt, weil ich die Zeit als „nicht so toll“ abgespeichert habe.  Aber wenn ich jetzt mein Glückstagebuch durchblättere, gab es jeden Tag mindestens eine Sache, die mich glücklich gemacht hat oder für die ich dankbar war.

Was ist denn jetzt bitte ein Glückstagebuch?

In ein Glückstagebuch schreibst du jeden Tag auf, was dich glücklich, froh, dankbar gemacht hat. Im Englischen hast du den Begriff „Gratitude“ bestimmt schon gehört. Oft wird empfohlen, drei Dinge aufzuschreiben, aber ich habe meistens nur eine Sache aufgeschrieben. Hey, es war eine Zeit, in der schon genug auf meinen Schultern lastete, da wollte ich es mir mit dem Glückstagebuch einfach machen. Mindestens eine Sache habe ich also immer aufgeschrieben. Manchmal mehr.

Hier ein paar Auszüge aus meinem Glückstagebuch: 

07.10. – Paulas Empandas essen

31.10. – Wärme im Schwimmbad

06.11. – Labradore streicheln

20.01. – Wizard spielen

04.02. – Ohrwurm beim Sport

Warum sollte ich ein Glückstagebuch führen? Was bringt mir das?

Ein Glückstagebuch hilft dir, dich wenigstens einmal am Tag auf das zu besinnen, was dich glücklich gemacht hat. Denn etwas gibt es immer. Ich bin mir sicher. Der Tag kann noch so mies gewesen sein, irgendwo zwischendrin wird es etwas Schönes gegeben haben. Vielleicht hast du es in dem Moment nicht wahrgenommen, aber wenn du dich hinsetzt und bewusst danach suchst, wird es dir einfallen. Damit öffnest du deinen Blick wieder für das Positive und je öfter du es machst, desto mehr Glücksmomente werden dir auch im Alltag auffallen.

Wie führe ich ein Glückstagebuch?

Du kannst dir entweder ein ganz normales Notizheft, bzw. Bulletjournal kaufen und dort deine Glücksmomente festhalten, oder dir ein echtes Glückstagebuch kaufen. Es gibt zum Beispiel “Das Glücksperiment”, das dir neben genügend Platz für deine Dankbarkeits- und Glücksmomente auch tolle Anregungen gibt, wie du jeden Tag ein bisschen mehr Glück in dein Leben bringen kannst. Das Glücksperiment ist ein richtig tolles Buch zum Ausfüllen, Mitmachen und Glücklich-sein. Vor allem, wenn das Thema Glückstagebuch für dich neu ist, bietet das Glücksperiment einen ganz tollen Einstieg in dieses wichtige Thema. Um bei deinem Glückstagebuch dranzubleiben, empfehle ich dir eine feste Routine! Ich habe es so gemacht, dass ich mich abends vor dem Zubettgehen hingesetzt und aufgeschrieben habe, was mich an dem Tag glücklich gemacht hat. Hat immer unter einer Minute gedauert. Wenn ich es mal vergessen habe, habe ich es am nächsten Morgen nachgeholt. Du kannst dein Glückstagebuch aber auch schon beim Frühstück schreiben. Mach es so, wie es sich am leichtesten in deinen Alltag einbauen lässt.

Wie bleibt man dran?

Über die 12 Monate gesehen hatte ich einige Phasen, in denen die Einträge mehrere Tage hintereinander leer geblieben sind. Sowas passiert zwangsläufig irgendwann. Wichtig ist es dann nur, nicht die Flinte ins Korn zu werfen, sondern weiterzumachen und die Lücke im Tagebuch zu akzeptieren. Lücken gehören zum Leben, auch wenn dir Ratgeber zum perfekten Lebenslauf etwas anders erklären wollen.

Die Wahrheit ist konkret. Glück ist es auch.

Einer meiner liebsten Schreibsprüche lautet: Die Wahrheit ist konkret (G. W. F. Hegel / Bertolt Brecht). Frei würde ich hinzufügen: Das Glück ist es auch. Deswegen lohnt sich ein Glückstagebuch, weil man darin jeden Tag eine konkrete Sache benennt, die einen glücklich macht.

Warum gerade jetzt?

Ist nicht jetzt – gerade jetzt – die perfekte Zeit, um ein Glückstagebuch zu beginnen? Als kleines Gegenmittel gegen all die negativen Schlagzeilen und der Krise, in der wir uns befinden? Woran willst du dich später erinnern können, wenn du an 2020 zurückdenkst? 

Nur an das Schlechte – oder auch an das Schöne?

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