Wer kennt sie nicht: Die Motivationslöcher und Phasen, in denen wir keinen Antrieb finden? Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, erinnere ich mich, dass auch ich einmal weit davon entfernt war, motiviert zu lernen und meinen Fokus auf den Unterricht zu lenken. Lasst uns mal kurz eine kleine Zeitreise machen!

Es ist Sommer 2005 und ich schleppe mich wehleidig ins Klassenzimmer. Die Luft ist stickig und zu gerne würde ich gerade rausgehen und in der Sonne einfach nichts tun. Doch stattdessen muss ich mein absolutes „Hassfach“ Mathe über mich ergehen lassen. Ich habe keinen Bock! Schon gar nicht, weil mich meine Mathelehrerin am Vortag mit dem Satz „Mach du erst mal das Zeug der letzten Jahrgangsstufe. Das was wir hier machen, checkst du eh nicht!“ vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat. Währenddessen legte sie mir ein Arbeitsblatt mit “leichterem” Stoff auf den Tisch.

Dass ich Schwierigkeiten in Mathe habe, weiß ich selber, aber muss sie mich vor der ganzen Klasse so blamieren? Oh Gott, wie peinlich! Ich setze mich an meinen Tisch in der ersten Reihe. Hier sitzen alle „schlechten“ Schüler. „Soooo, wen fragen wir denn heute aus?“ säuselt meine Mathelehrerin und schaut mich bereits mit einem leichten Anflug von Spott an. „Julia, komm doch mal nach vorne!“ Ich merke, wie es sie amüsiert, bereits jetzt zu wissen, dass ich es wieder vermasseln werde. Vor der ganzen Klasse fragt sie mich über den Stoff der letzten Stunde aus. Dass ich davon keine Ahnung habe, weil sie mir selbst ein Arbeitsblatt mit anderem Lernstoff gegeben hat, ist ihr egal! Ich kassiere eine mündliche sechs, die Klasse lacht und ich setze mich wieder hin. „Du wirst wohl nie Mathe können!“ sagt meine Lehrerin vor meinen Mitschülern und fügt hinzu, dass ich die Klasse jetzt ohnehin wiederholen müsse, denn mit der mündlichen sechs falle ich durchs Schuljahr.

Trotzdem in der Schule besser werden?

Zurück in die Gegenwart: Was glaubst du habe ich in dem Moment empfunden? Wut? Ungerechtigkeit? Hilflosigkeit? Alles davon! Ich war so sauer, dass es meine Lehrerin offensichtlich richtig „auf mich abgesehen“ hatte, dass ich nicht nur auf dieses Fach, sondern auf die ganze Schule eine richtige Wut entwickelt habe. Motivation zum Lernen? Fehlanzeige! Wenn schon die Lehrerin sagt, ich würde es eh nie verstehen, kann ich schließlich eh nicht in der Schule besser werden, oder? Kennst du so eine Situation? Ging es dir schon einmal ähnlich?

Wenn ich dir jetzt sage, dass ich irgendwann eine der drei Schulbesten wurde und im Fachabitur sogar richtig gut in Mathe war, glaubst du mir wahrscheinlich nicht, oder?

Doch es ist wahr! Was mich damals motiviert hat, möchte ich heute mit dir teilen! Denn egal, wo du heute in der Schule stehst: So muss es nicht bleiben! Mit der richtigen Motivation und Einstellung kannst du ganz viel zu deinem Erfolg beitragen und auch in der Schule besser werden!

In der Schule besser werden in fünf Schritten

Mach dich unabhängig vom Lehrer!

Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Schülern und Jugendlichen, dass das Szenario, wie ich es erlebt habe, leider häufig vorkommt. Vielleicht hast auch du dich schon mal von einem Lehrer ungerecht behandelt gefühlt und warst danach so sauer, dass du erst recht keine Lust mehr hattest? Ich kann dich gut verstehen, denn so ging es mir damals auch. Bis ich eine Sache verstanden habe: Wenn ich in eine Abwehrhaltung gehe, schade ich nicht dem blöden Lehrer, sondern ausschließlich MIR SELBST! Was du also tun darfst, ist dich komplett von deinen Lehrern unabhängig zu machen. Mache dir jeden Tag bewusst, dass du nicht für die Lehrer lernst, sondern für dich selbst! Sei die starke Person in dieser Situation und lass dich nicht auf irgendwelche Machtspielchen ein, sondern nimm die Verantwortung für dein Leben selbst in die Hand!

Stärke deine Einstellung

Kannst du dir vorstellen, wie wichtig es ist, was du über dich selber denkst? Hast du schon mal die Erfahrung gemacht, dass du dir etwas so lange eingeredet hast, bis es tatsächlich wahrgeworden ist? Fallen dir vielleicht spontan ein paar Gedanken ein, die du über dich selber hast? Bei mir war es damals so, dass ich mir selbst jeden Tag bewusst oder unbewusst gesagt habe „Ich bin schlecht in Mathe!“. Glaubst du, es hätte sich etwas verändert, wenn ich mir stattdessen jeden Tag gesagt hätte „Ich kann alles lernen, sogar Mathe!“? 

Vielleicht hast du schon mal etwas von Glaubenssätzen, deiner inneren Stimme und der Macht deiner Gedanken gehört. Es ist nämlich tatsächlich so, dass wir alleine durch unsere innere Einstellung enorm viel Einfluss auf unser Leben haben. Eine starke Einstellung und eine positive, bestärkende innere Stimme, ist der Schlüssel für deinen Erfolg in der Schule, dein Privatleben und alles, was du dir in deinem Leben vornimmst! Da sich eine starke Einstellung nicht mal eben in einem Artikel antrainieren lässt, haben wir dafür ein ganzes Arbeitsheft mit tollen Übungen, Denkanstößen und inspirierenden Geschichten für dich ausgearbeitet. Hast du es dir schon kostenlos heruntergeladen?

Finde dein Warum!

Bevor du loslegst, lass uns nochmal kurz auf „Pause“ drücken. Denn auch wenn du vielleicht jetzt schon gemerkt hast, dass du selbst die Verantwortung übernehmen kannst, reicht das vermutlich nicht, um dich langfristig zu motivieren. Wichtig ist, dass du weißt, WARUM du dich in der Schule verbessern möchtest! Lass uns dafür mal eine kleine Brücke bauen: Was machst du so richtig gern? Was ist deine größte Leidenschaft? Dein liebstes Hobby oder gar Traumberuf? 

Hast du was gefunden? Toll! Jetzt überlege dir mal, warum du dafür die Schule brauchst! Was lernst du in der Schule, was dir dabei später helfen wird, um genau deinen Traum zu erreichen? Möchtest du vielleicht mal studieren und brauchst dafür einen bestimmten Schnitt? Reist du für dein Leben gern? Toll, dann wird dir Englisch dabei immer eine große Hilfe sein! Was auch immer es ist: Finde dein ganz persönliches WARUM! Mein Warum war damals übrigens, dass ich es einfach allen „beweisen“ wollte! Von wegen ich bin zu dumm für Mathe! Ob das das richtige „Warum“ ist weiß ich nicht. Funktioniert hat es aber!

„Wenn dein Warum stark genug ist, erträgst du fast jedes wie!“

Kleine Motivations-Hilfen

Jetzt wo du weißt, warum du für die Schule lernst, solltest du alles dafür tun, dass du das nicht vergisst. Ich habe mir damals überall Zettel hingehangen, auf denen mein persönliches „Warum“ stand. An den Spiegel, über meinen Schreibtisch und in meine Hefte. Du kannst dir sogar ein Bild ausdrucken oder aus einem Magazin ausschneiden, was dein „Warum“ genau zeigt! Du willst Pilot werden? Sammle ein paar Bilder, die diesen Beruf zeigen und klebe sie irgendwohin, wo du sie immer siehst. Für alle, die es etwas moderner wollen, habe ich natürlich auch einen Tipp: Stelle dir drei Mal täglich einen Wecker und schreibe dein „Warum“ in die Wecker-Beschreibung. So klingelt dein Handy drei Mal täglich und erinnert dich. Aber bitte lautlos, wenn du in der Schule bist! 😉

Struktur und Routinen

Du hast erkannt, dass du nicht lernst, um es deinen Lehrern (oder vielleicht sogar deinen Eltern) recht zu machen und erfahren, wie wichtig deine eigene Einstellung und innere Stimme ist. Du konntest herausfinden, was dich motiviert, was dein persönliches „Warum“ ist und wie du dich am besten daran erinnerst. Jetzt wird es Zeit, dass du ins Handeln kommst und anfängst!

Dafür empfehlen wir dir, unbedingt Struktur in deinen Alltag zu bringen und dir wichtige Routinen anzueignen. Für die richtige Struktur kannst du dir zum Beispiel folgenden Satz merken: „Was kann, was muss, bis wann?“ Notiere dir, was du zuerst erledigen möchtest und wann du damit fertig sein möchtest! Um gar nicht erst nach Zeitfenstern zum Lernen suchen zu müssen, empfehlen wir dir eine feste Routine! Eine Routine kann dir außerdem helfen, fitter und gesünder durch die Schulzeit zu kommen. Hier mal ein Beispiel:

Stehe immer sofort auf, wenn der Wecker klingelt

Trinke direkt ein großes Glas Wasser

Dehne dich, mache Sport oder meditiere für ein paar Minuten

Frühstücke, um dich für den Tag stark zu machen

Schreibe dir die Ziele für den Tag auf

Gönne dir nach der Schule eine kleine Pause

Erledige deine Aufgaben, bevor du dich wieder mit Freunden triffst

Wir fassen nochmal zusammen:

Wenn du diese Schritte befolgst und dir auch wirklich die Zeit zum Lernen nimmst, wirst du garantiert besser in der Schule! Du wirst überrascht sein, wie effektiv so kleine Veränderungen sein können. Wir fassen nochmal die fünf Schritte zusammen:

Verstehe, dass du für dich selbst zur Schule gehst.

Stärke deine eigene Einstellung

Finde dein Warum

Sorge für kleine Motivationshilfen

Lege mit Struktur los und finde eine Routine

Abschließend möchte ich dir noch eine Frage stellen: Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn du jeden Tag nur zehn Minuten mehr lernst, als sonst? Rechne das mal um! Das sind 60 Stunden im Jahr!

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